Das Wunder zur Weihe des Aachener Münsters

Oder wie die Klappergasse zu ihrem Namen kam

Die Weihe des Aachener Münsters Als Karl der Große im Jahr 805 siegreich aus dem Krieg gegen die Sachsen heimkehrte, erfüllte es ihn mit großer Freude zu sehen, dass das Aachener Münster vollendet war. Als Ausdruck seiner tiefen Gläubigkeit sollte die festliche Weihe des Doms am Dreikönigstag zu Ehren Gottes besonders prunkvoll begangen werden: Neben Papst Leo III. wurden nicht nur zahlreiche Grafen und Prälaten zum Fest erwartet, sondern auch 365 Bischöfe, je einer für jeden Tag im Jahr.

Am Vorabend der Domweihe versammelten sich jedoch nur 363 Bischöfe in Aachen – sehr zur Enttäuschung Kaiser Karls. Gott aber war von der Ehrerbietung des Kaisers so gerührt, dass er ihm seinen Wunsch erfüllen wollte: So sandte er einen Engel in die Maastrichter St.-Servaas-Kirche, um die beiden dort bestatteten Bischöfe Mundolph und Gundolph auf ihren letzten Weg ins Aachener Münster zu entsenden. Der Engel rief mit lauter Stimme: „Mundolph und Gundolph, erhebt euch und zieht gen Aachen. Dort sollt ihr an der Einweihung der Kirche Kaiser Karls teilnehmen“. Die beiden Gerippe verließen sofort ihre Gräber, um den Befehl des Engels auszuführen.

Als sich die beiden Würdenträger dem Aachener Dom näherten, war das Klappern ihrer Gebeine schon von weitem deutlich zu vernehmen. Hastig betraten die Bischöfe das Münster und setzten sich auf die letzten beiden freien Plätze. Dank dieses Wunders waren nun tatsächlich 365 Gottesdiener zur Weihe des Doms anwesend. Mundolph und Gundolph verließen die Stadt nach der Zeremonie auf dem gleichen Weg, den sie gekommen waren, um sich nun endlich in Maastricht zur ewigen Ruhe zu legen.

Das, was Aachen von den beiden außergewöhnlichen Besuchern geblieben ist, ist der Name der kleinen Gasse, die aus westlicher Richtung zum Dom führt: Klappergasse. Am Kloster „Vom armen Kind Jesu“ in der Klappergasse findet man heute ein Relief der beiden Totengerippe. Dieser Hau-Stein wurde den Aachener Bürgern im Jahre 1956 von der Stadt Maastricht geschenkt.

 

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